NGW Exkursion «Pfäffikersee» – 9. Mai 2026
Die Sonnenstrahlen liessen noch etwas auf sich warten, als sich 20 Personen zur Exkursion am Bahnhof Pfäffikon versammelten. Kaum waren wir unten am See bot sich allen Teilnehmenden dank einem Föhnfenster ein herrlicher Blick auf das Alpenpanorama – ein stimmungsvoller Auftakt zu einem erlebnisreichen Tag.
Unter der kundigen Leitung von Antonia Zurbuchen, Leiterin des Naturzentrums Pfäffikersee und der Rangerin Madlaina Bleiker, erhielten die Teilnehmenden viele spannenden Einblicke in die geschützte Moorlandschaft von nationaler Bedeutung, ein Gebiet das zahlreiche seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten beherbergt und zu den wertvollsten Naturräumen des Kantons Zürich gehört.
Zu Beginn der Führung erläuterte Antonia Zurbuchen die Entstehungsgeschichte des Pfäffikersees, der durch die Eiszeiten geformt wurde. Auch die frühere starke Phosphatbelastung des Sees wurde thematisiert. Dank grosser Anstrengungen konnte die Wasserqualität in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verbessert werden.
Im weiteren Verlauf erfuhren wir Interessantes über die Kleinsäuger des Gebietes, darunter Hermelin, Iltis und Igel und wie ihre Anwesenheit mit einem «Spurentunnel» nachgewiesen werden kann. Ebenso faszinierend waren die Ausführungen zum intimen Dreiecksverhältnis zwischen Schilf, Schilfgallen-Fliege und der Schilfgallen-Maskenbiene. Die Fliegenlarven veranlassen die Schilfpflanze zu wuchern und eine Galle zu bilden, die ihnen Nahrung und Schutz bietet. Ein Jahr später dienen die verlassenen Gallen der Schilfgallen-Maskenbiene dann als Nistplatz. Ein besonderer Höhepunkt war auch die Beobachtung eines weiblichen Kuckucks aus relativ geringer Distanz. Nur wenige haben diesen besonderen Vogel, der für seinen Brutparasitismus und seinen charakteristischen Ruf bekannt ist, zuvor jemals zu Gesicht bekommen.
Der Schutz empfindlicher Lebensräume steht oft im Spannungsfeld mit den Bedürfnissen der Erholungssuchenden. Der Pfäffikersee wird jährlich von fast einer Million Besucherinnen und Besuchern besucht und dabei entstehen immer wieder Nutzungskonflikte. In diesem Zusammenhang erfuhren wir viel Wissenswertes über die Aufgaben des Rangerdienstes, der für Information, Besucherlenkung und die Einhaltung der Schutzbestimmungen sorgt.
Nach der Pause mit Kaffee und Kuchen im Naturzentrum Pfäffikersee nahm ein Teil der Gruppe das Zusatzangebot einer Vogelexkursion wahr. Bei strahlendem Sonnenschein unternahmen 7 Personen eine Beobachtungstour durch das Giwitzenriet. Dabei konnten unter anderem typische Schilfvögel wie Drosselrohrsänger, Teichrohrsänger und Rohrammer gehört und beobachtet werden. Ein weiterer Höhepunkt war der Blick auf das künstliche Brutflosses, auf dem Mittelmeermöwen, Lachmöwen und Flussseeschwalben beim Brutgeschäft beobachtet werden konnten.
Die Exkursion bot den Teilnehmenden in jeder Hinsicht vielfältige Eindrücke und spannende Informationen über die Natur- und Kulturlandschaft des Pfäffikersees.
Bericht: Michael Widmer; 12.05.2026

