Diese Exkursion führte uns ins Hochleistungs-Pumpspeicherkraftwerk Limmern (PSWL) und zeigte die Bedeutung der Kleinwasserkraft im Glarnerland. Das im Felsen angelegte PSWL pumpt Wasser vom Limmernsee in den 630 Meter höher gelegenen Muttsee und nutzt es bei Bedarf wieder zur Stromproduktion. Mit der rund 120 GWh Jahresproduktion könnten etwa 30’000 Haushalte versorgt werden. Die Muttsee-Staumauer ist mit 1054 Metern die längste der Schweiz und zugleich die höchstgelegenste Europas. Die Leistung des PSWL entspricht jener des Kernkraftwerks Leibstadt.
Die Exkursion zeigte die Bedeutung der Speicherkraftwerke, insbesondere von PSWL auf. Mit der aktuellen Wasserknappheit, leeren Stauseen und warmen Flüsse mit folglichen Abschaltungen von AKW’s auch in der Schweiz erhielten wir einen Überblick über die inländische Stromversorgung, wo die CO2-arme Wasserkraft zentrale 58% beisteuert. Zum Mittagessen wurden wir mit einem Aperitiv, einer Grillade und anschliessend Kaffee und Dessert im Linthpark verwöhnt– unter Sonnenschirmen bei angenehmen 22 Grad. Die kleinen Laufwasserkraftwerke im Kanton Glarus bilden eine strategische Reserve und zeugen von der Glarner Tradition der intensiven Nutzung der Wasserkraft.
Geführt wurde das Nachmittagsprogramm von Hans-Peter Keller, Präsident IG Kleinwasserkraft. Nach Stationen in Asien und der Leitung verschiedener Textilunternehmen engagiert er sich seit den 1990er-Jahren für die Wasserkraft im Kanton Glarus. Ebenfalls referierte der Alt-Ständerat Werner Hösli über das einzigartige Wasserrecht im Kanton Glarus und erklärte die Bedeutung der Wasserkraft für die industrielle Revolution im Kanton Glarus mit der Glarner Baumwollindustrie, mechanischen Webereien und Spinnereien. Der Abschluss bildete die Einsicht in die Flusswasserwerke in Linthal. Die vollständig ausgebuchte Exkursion bleibt in guter Erinnerung.

