Verenafohren – Windkraft und Naturschutz

Verenafohren – Windkraft und Naturschutz

Am vergangenen Samstag, 16. August führte eine voll ausgebuchte Exkursion mit vierzig Teilnehmenden nach Wiechs (DE), dem Nachbardorf von Bargen (CH) in dem in den Kanton Schaffhausen hineinragenden Spickel Deutschlands. Eine alters- und geschlechtermässig vielfältige Gruppe erklomm den Hügel namens Verenafohren, der Wiechs von Merishausen trennt. Christoph Gossweiler und Klaus Eisele waren beide Dozenten an der FH Nordwestschweiz und bauten dort gemeinsam den Studiengang Energie- und Umwelttechnik auf, sind also ausgewiesene Spezialisten. Das wurde in den fachlich tiefgehenden, dabei stets gut verständlichen und spannenden Ausführungen zu Planung, Bau und Betrieb eines solchen Windkraftwerks klar. Auf den teils steilen Anstiegen kamen wir ins Schwitzen, wurden zuoberst aber mit dem eindrücklichen Blick senkrecht in den Himmel auf eine der Windturbinen belohnt: die Nabe thront auf 134 m Höhe, die Rotorspitze hat eine Maximalhöhe von 200 m über Boden. Vor allem im Winterhalbjahr, wenn uns der Solarstrom fehlt, produziert die Windkraft elektrische Energie: ein sich wunderbar ergänzendes Paar. Die drei Turbinen liefern 20 Millionen kWh im Jahr. Das entspricht der Energie von rund 1’500 kleinen Photovoltaikanlagen.

Als Expertin zum Naturschutz-Aspekt auf unserer Exkursion dabei war auch Vanessa Wirz, Co-Geschäftsführerin von Pro Natura Zürich. In ihrem Vortrag am Fuss des Windkraftwerks wies sie deutlich darauf hin, dass die Aspekte des Naturschutzes, sei dies für Fauna, Flora oder beide bei der Standortwahl genau analysiert werden müssen. Das Umsiedeln von Tieren, aber auch nur schon das Aufforsten von Wald an qualitativ gleichwertigen Standorten ist nicht immer einfach oder möglich. Eine sorgfältige Abklärung und adäquate Gewichtung von naturschützerischen Aspekten ist gerade in der Zeit unserer Biodiversitätskrise mehr als nur wünschenswert. In einem Punkt, den Vanessa Wirz ganz zum Schluss anführte, waren wir uns wohl alle einig: die allgemein verträglichste Energie ist die, die wir gar nicht brauchen. Dort elektrische Energie einzusparen, wo es uns nicht schmerzt, ist der günstigste Beitrag zur Energiewende.

Auf dem Weg nach Merishausen erhielten wir eine Einführung in der Chörblihalde, ein Naturschutzgebiet, das Vanessa in ihrer Zeit bei Pro Natura Schaffhausen mitgestalten konnte. Durch gezielte Eingriffe, wie das Auslichten des Waldes oder das Erstellen von Kleinstrukturen konnten Lebensräume geschaffen werden, die seltene Pflanzen und Tiere innert weniger Jahre sich wieder ansiedeln liessen. Ein wunderbarer Abschluss, bevor es von Merishausen wieder zurück nach Winterthur ging.

– Bericht: Michael Oettli / Bilder: Patrik Eschle