Giona Jau: Gorilla gorilla gorilla – Kein Tippfehler, sondern Forschungsgegenstand

«Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zu wildlebenden
wie auch zu anderen in Gefangenschaft lebenden Gorillas, insbesondere im Fress-,
Ruhe- und Sozialverhalten.»

Giona Jau

«Gorilla gorilla gorilla – Kein Tippfehler,
sondern Forschungsgegenstand: Eine Verhaltensstudie der Gorillagruppe im Zoo Zürich»

Autor: Giona Jau, Kantonsschule Rychenberg

Die Arbeit, die wir heute auszeichnen dürfen, ist keine reine Literaturarbeit und auch keine theoretische Abhandlung, sondern echte, sorgfältig geplante Feldarbeit. Im Zentrum dieser ausgezeichneten Arbeit steht die Frage, wie sich Gorillas verhalten – konkret beobachtet an der Population im Zoo Zürich. Und allen, die nahe an der Arbeit dran waren ist klar: wir zeichnen heute die Arbeit von Giona Rau aus der Klasse 6aG aus. Giona, darf ich dich auf die Bühne bitten!

Methodisch bewegt sich Giona Rau auf einem Niveau, das klar über die Anforderungen einer Maturarbeit hinausgeht. Er arbeitet mit einem selbst entwickelten Ethogramm, setzt die Fokus-Tier-Methode konsequent ein, verwendet Assoziationsindizes und erstellt differenzierte Zeitbudgets. Die Leitfragen sind sinnvoll gewählt, klar formuliert und ziehen sich als roter Faden durch die gesamte Arbeit. Man merkt: Hier wird nicht einfach beobachtet, sondern systematisch geforscht.

Besonders überzeugend ist der Umgang mit Fachsprache. Die verwendeten Begriffe sind präzise und korrekt, werden aber gleichzeitig so erklärt, dass sie auch für ein nicht spezialisiertes Publikum verständlich bleiben. Tabellen, Abbildungen und Diagramme sind nicht bloss dekorativ, sondern gut eingebettet, sinnvoll kommentiert und tragen wesentlich zum Verständnis der Ergebnisse bei.

Ein grosses Plus dieser Arbeit ist ihre Eigenständigkeit und ihr starker Praxisbezug. Das selbst erstellte Ethogramm ist eine beachtliche Eigenleistung. Die Beobachtungsdauer von insgesamt über 18 Stunden – verteilt über mehrere Wochen – verleiht den Daten Gewicht und Aussagekraft. Hinzu kommt der direkte Bezug zum Zoo Zürich, ergänzt durch ein Interview und fundiertes Hintergrundwissen. All das macht die Arbeit greifbar, authentisch und glaubwürdig.

Besonders beeindruckend ist schliesslich die Diskussion der Ergebnisse. Giona Rau vergleicht seine Daten differenziert mit Studien zu freilebenden sowie zu in menschlicher Obhut lebenden Gorillas. Er ordnet seine Resultate ein, benennt Gemeinsamkeiten und Unterschiede – und verzichtet bewusst auf vorschnelle Urteile. Stattdessen reflektiert er die Grenzen seiner Aussagen, thematisiert ethische Fragen und berücksichtigt die Rahmenbedingungen der Haltung. Genau diese wissenschaftliche Zurückhaltung und kritische Sorgfalt zeigen eine Reife, die weit über das Erwartbare hinausgeht.

Ich freue mich dir den NGW-Award 2026 an der Kantonsschule Rychenberg, der neben dem Preisgeld auch die Mitgliedschaft in der youNGW umfasst zu überreichen.

Herzliche Gratulation!