«Mikroplastik ist ein grosses Umweltproblem, dessen Auswirkungen auf aquatische Ökosysteme und den Menschen noch nicht vollständig geklärt wurden. Das Ziel dieser Arbeit war es, den Einfluss verschiedener Konzentrationen von Polyethylenglykol (PEG) auf die verhaltensbezogenen und physiologischen Parameter von Daphnia magna zu untersuchen.»
Mina Ceren Bardakci
«Welche Auswirkung hat Mikroplastik auf das Verhalten und die physiologischen Parameter von Wasserorganismen? – Ein Versuch an Daphnia magna mit Polyethylenglykol»
Autor: Mina Ceren Bardakci, Kantonsschule Im Lee Winterthur
Die Arbeit trägt den Titel «Welche Auswirkung hat Mikroplastik auf das Verhalten und die physiologischen Parameter von Wasserorganismen? – Ein Versuch an Daphnia magna mit Polyethylenglykol». Ziel ist es, den Einfluss des wasserlöslichen Polymers Polyethylenglykol (PEG) auf den grossen Wasserfloh _Daphnia magna_ zu untersuchen – mit besonderem Fokus auf Herzfrequenz und Verhaltensparameter.
Sie realisierten zwei vollständige Versuchsreihen über 14 Tage, mit Kontrollgruppe und drei PEG-Konzentrationen. Sie etablierten ein Ethogramm, führten Pilotversuche durch und kombinierten Videoaufnahmen unter dem Binokular mit Herzfrequenzmessungen. Die Haltungsbedingungen wurden dabei sorgfältig standardisiert.
Die Auswertung zeigt: Bereits niedrige PEG-Konzentrationen können physiologische Stressreaktionen auslösen, sichtbar in Veränderungen der Herzfrequenz. Verhaltensparameter wie Schwimmaktivität, Dreh- und Hüpfbewegungen reagierten weniger konsistent. Anstatt dies zu dramatisieren, wurden die Befunde nüchtern und kritisch eingeordnet.
Besonders hervorzuheben ist die wissenschaftliche Redlichkeit: Hypothesen haben Sie präzise formuliert, teils bestätigt, teils verworfen; Methoden und mögliche Fehlerquellen wurden transparent reflektiert. So entsteht eine stringente Argumentation, die Ergebnisse, Grenzen und Kontext sauber unterscheidet.
Die Kombination aus Ethogramm, feinskaliger Verhaltensanalyse und physiologischer Messung ist für eine Maturarbeit überdurchschnittlich kreativ. Die Kopplung von Regulatorik und Ökosystemperspektive mit konkreten Messdaten zeigt ein bemerkenswertes Verständnis für den grösseren Zusammenhang.
Die Durchführung verlangte Organisation, Durchhaltevermögen und Sorgfalt: vom Ansetzen der PEG-Lösungen über die Fütterungsregime bis zur Entsorgung. Dieses Engagement über Wochen hinweg verdient besondere Anerkennung.
Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Umweltbildung: Sie macht sichtbar, wie subtil, aber bedeutsam Mikroplastik auf Schlüsselorganismen wirken kann – und warum empirische Evidenz für gesellschaftliche Debatten unverzichtbar ist.
Ihre Neugier, Ihre Genauigkeit und Ihre Ausdauer haben zu einer Arbeit geführt, die man in dieser Form durchaus in einem Hochschullabor erwarten könnte. Ihr kritischer Blick auf Statistik und Methodik, Ihre sorgfältige Dokumentation und Ihre Verantwortungsbewusstheit sind vorbildlich.
Ein herzlicher Dank gilt auch den Betreuungspersonen Nadia Javed und Gabriele Kappeler für die fachliche Begleitung und Unterstützung.
Für Ihre hervorragende Maturarbeit zeichnen wir Sie mit dem NGW-Award für die beste naturwissenschaftliche Arbeit im Zyklus 2025/26 an der Kantonsschule im Lee aus. Sie, Mina, haben gezeigt, wie wissenschaftliches Arbeiten auf Gymnasialstufe aussehen kann, wenn Leidenschaft und Sorgfalt zusammenkommen.
Herzliche Gratulation!

