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Aktuelle Fragen der Erdbebenforschung

Prof. Dr. Domenico Giardini, Leiter Erdbebendienst, ETH Zürich
Freitag, 13. Januar 2012, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Haiti, Chile, Neuseeland, Japan – sie alle haben es auf dramatische Weise gezeigt: unsere moderne Gesellschaft ist in hohem Grad verletzlich, wenn es um Naturkatastrophen geht. Die Frage rückt in den Mittelpunkt, wie die Wissenschaft bei der Vorbereitung und der Bewältigung solch extremer Phänomene Unterstützung bieten kann. Der Erdbebenschutz ist heute auf verschiedenen Ebenen mehr denn je gefordert: bei der Planung von Geothermie-Projekten, der seismischen Sicherheit beim Bau von Kernkraftwerken oder bei der Endlagerung von radioaktiven Abfällen. In all diesen Bereichen verlangen politische Entscheidungsträger Grundlagen. Noch bleibt eine verlässliche Vorhersage, wo und wann ein Ereignis bevorsteht, ein Wunschtraum. Das detaillierte Verständnis wie Erdbeben ausgelöst werden, lässt viele Fragen offen. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Erdbeben auftritt? Wie ist die zu erwartende Schadenswirkung? Dies sind die vielversprechendsten Ansätze für Vorbereitungsmassnahmen. Mit modernsten Verfahren erkennt die Wissenschaft die seismische Gefährdung auf verschiedenen Zeitskalen von 100en von Jahren bis hin zu wenigen Stunden. Sie kann die Wahrscheinlichkeit für verschiedenste Szenarien immer besser voraussagen, sei dies global bei Extremereignissen, aber auch lokal beim Einfluss kleinräumiger Eingriffe. Computersimulationen sagen dabei Prozesse von Bruch- und Wellenausbreitung bei Erdbeben – nicht zuletzt auch für die Schweiz – voraus. In seinem Vortrag beleuchtet Domenico Giardini den Stand der Wissenschaft und wagt auch einen Blick in mögliche zukünftige Entwicklungen.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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