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Darwins Beichte

Dominique Caillat

Ich ging durch kahle Landschaften aus anthrazitfarbiger Lava, sah Vulkane explodieren. Ich habe Fossilien von ausgelöschten gigantischen Tieren ausgegraben, sah Wale ihre Babys stillen, sie tragen ihre Nase mitten auf dem Rücken, einst waren sie Fische, dann wuchsen ihnen Beine unterm Bauch und sie krochen auf den Meeresboden, bevor sie ihren heroischen Aufstieg in die irdische Welt wagten, wo sie lange als mächtige Kühe oder Bären lebten und schliesslich unter den Ozeanspiegel zurückkehrten, um ihre lange Lebensreise fortzuführen. (Darwin in Darwins Beichte)

Das Darwinjahr geht zu Ende. Eine Geburtstagsfeier und Vorträge würdigten die Bedeutung des grossen Forschers. Den Schluss des Jubiläumsjahres bildet die Aufführung des Theaterstück Darwins Beichte. Von der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT in Auftrag gegeben, setzt Regisseur Martin Burr das Stück um. 23. April 1851. Im englischen Malvern liegt Charles Darwins geliebte Tochter Annie im Sterben. Sie leidet an Tuberkulose. In seinem zerrissenen Seelenzustand führt Darwin mit ihr Scheingespräche über sein Leben, seine Entdeckungen und seine lähmenden Ängste und Körperbeschwerden. Seit zwölf Jahren weiss er schon Bescheid über den Ursprung und die Evolution des Lebens, wagt es aber nicht, sein skandalöses Geheimnis der Öffentlichkeit zu enthüllen: Wie die Arten entstehen und sich durch Zufall die Regeln natürlicher Selektion verändern, ohne das Mitwirken von Gott. Bedrängende Fragen tun sich auf. Woher kommen, wohin gehen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens, das sich durch Zufall entwickelt hat? Welche Verantwortung übernimmt der Mensch, wenn er plötzlich Herr über Evolution und Natur wird?

Türöffnung 19.30. Vorstellungsbeginn 20 Uhr. Dauer 1 Stunde.

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