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Der Vogelzug – Saharaüberquerung und Klimawandel

Dr. Felix Liechti, Vogelwarte Sempach
Freitag, 19. März 2010, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Jeden Herbst überqueren etwa 2,1 Milliarden Singvögel die grösste Wüste der Erde, die Sahara. Wie sie dieses Hindernis überwinden, welche Strategien die Vögel anwenden und was sie befähigt den lebensfeindlichen Umweltbedingungen in der Wüste zu trotzen, waren Fragen, welche die Forscher der Schweizerischen Vogelwarte beantworten wollten. Ein Team von über 20 Forschern untersuchte den Zug am Boden und in der Luft. Bisher wurde angenommen, dass die allermeisten dieser Vögel die Wüste im Non-Stop Flug überfliegen. Die oft mageren Zugvögel, die in den Oasen beobachtet wurden, galten als jene, die es eben nicht geschafft hatten

Eine Expedition in die mauretanische Wüste mit Fanganlagen und Radargeräten sollte klären, wie unsere Zugvögel diese grossartige Leistung vollbringen. Nur Radargeräte konnten garantieren, dass auch jene Vögel erfasst wurden, die ohne Landung in grossen Höhen über die Wüste hinwegzogen. Diese Erkenntnisse dienen unter anderem dazu, die Folgen des Klimawandels auf die Zugvögel zu untersuchen. Dabei geht es auch um Vögel, die nicht die Sahara überqueren. Kommen Stare wirklich früher zurück und nutzen Schwalben den längeren Sommer allenfalls für eine zweite Brut? Dazu meint Forscher Felix Liechti: «Zugvögel überqueren Kontinente und müssen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, um Nahrung zu finden und den Nachwuchs aufzuziehen. Die Veränderung der Umwelt stellt für sie eine grosse Herausforderung dar.»

Neben spannenden Erlebnissen in der Wüste präsentiert Felix Liechti auch Ergebnisse anderer Forscher. Diese zeigen, dass der Klimawandel bereits zu Veränderungen im Zugverhalten geführt hat.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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