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Die Ungeübtheit im Schmerz

Prof. Dr. Gerd Folkers, Collegium Helveticum, Universität Zürich/ETH Zürich
Freitag, 28. Januar 2011, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Schmerz ist ein treuer Begleiter menschlicher Existenz und deshalb im Kulturschaffen zentral. Bei Nietzsche ist der Schmerz ein Hund und ein Bringer der Weisheit, bei Hölderlin ist er Umnachtung. In seiner «Fröhlichen Wissenschaft» weist Nietzsche dem Schmerz eine wichtige Eigenschaft zu: «Man hasst jetzt den Schmerz viel mehr als frühere Menschen und redet ihm viel übler nach als je, ja man findet schon das Vorhandensein des Schmerz als eines Gedankens kaum erträglich und macht dem gesamten Dasein eine Gewissenssache und einen Vorwurf daraus…» Nietzsche wettert gegen alles, was ihn plagt, Kopfschmerzen, die Schmerzen an der Politik und der Gesellschaft, die schmerzhafte Beziehungen zu seinen Kollegen. Gleichzeitig spricht er dem Schmerz aber auch eine kreative Kraft zu.

Früheste kulturelle Zeugnisse des Menschen wie Talismane, Amulette und Zauberriten zeugen auch vom Schmerz und seiner Bekämpfung. In vielen Gesellschaften, vielen Regionen der Erde und zu vielen verschiedenen Zeiten hat sich die Auffassung von Schmerz immer wieder unterschieden.

Was ist Schmerz? Wie entsteht er, was löst er aus? Gerd Folkers ist Pharmakologe und Leiter des Collegium Helveticum, einem gemeinsamen Think Tank von Universität und ETH Zürich. Gerade als Pharmakologe interessiert ihn einerseits zwar die Bekämpfung von Schmerz, andererseits vor allem aber der Umgang mit ihm in den verschiedenen Kulturen. In seinem Vortrag betrachtet er Schmerz in Kulturhandlungen des Abendlandes vom Mittelalter bis zur Neuzeit.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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