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Einfluss von Seen und Stauseen auf die Klimaveränderung

Prof. Dr. Bernhard Wehrli, Aquatische Chemie, EAWAG, Kastanienbaum und ETHZ
Freitag, 4. November 2011, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Nicht nur grosse Stauseen in den Tropen, sondern auch solche im Schweizer Mittelland produzieren beachtliche Mengen Methangas. Vor allem im Sommer blubbern im Wohlensee an der Aare als einem unter vielen Seen in der Schweiz Gasblasen an die Oberfläche. Wie sind solche Emissionen einzuschätzen? Ist Strom aus Wasserkraft doch nicht ganz so unproblematisch, wenn es um negative Folgen für das Klima geht?

Genau diesen Fragen ist ein Forschungsteam am Wasserforschungsinstitut EAWAG in Kastanienbaum in den vergangenen Jahren nachgegangen und hat verschiedene Stauseen der Schweiz analysiert. Klimarelevant ist vor allem das Methangas. Kohlendioxid wird von den Algen in Stauseen gebunden und am Sediment teilweise wieder frei gesetzt. Weil Seen jedoch auch beträchtliche Frachten an organisch gebundenem Kohlenstoff über die Zuflüsse erhalten, geben diese netto meistens mehr Kohlendioxid an die Atmosphäre ab als sie aufnehmen. Viele Seen sind deshalb Quellen des Treibhausgases Kohlendioxid. Die Produktion des Faulgases Methan im Sediment ist für die Klimadiskussion von grösserer Relevanz, weil Methan pro Kilogramm etwa 25 Mal stärker am Treibhauseffekt beteiligt ist als Kohlendioxid. Mit modernen Messmethoden lässt sich die Gasemission aus Stauseen recht gut bestimmen. Politisch relevant ist jedoch die Frage, wie viele Treibhausgase vor dem Bau von Stauseen von natürlichen Feuchtgebieten produziert wurden. Erst eine vergleichende Analyse der Stauseen mit dem Naturzustand kann die Frage schlüssig beantworten, wie stark die Wasserkraft in den Kreislauf der Treibhausgase eingreift.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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