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Fritz Zwicky – Astrophysiker, ein Genie mit Ecken und Kanten

Dr. sc. techn. Alfred Stöckli, Mollis, Präsident Fritz Zwicky Stiftung
Freitag, 20. November 2009, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Ohne Zweifel gehört der Glarner und Auslandschweizer Fritz Zwicky (1898–1974) in die Galerie der berühmtesten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Als Entdecker, Erfinder und Methodologe leistete er Hervorragendes. Seine Voraussagen bestätigten sich in vielen Fällen erst nach Jahrzehnten. Unter den Astrophysikern gilt er als Vater der ominösen „Dunklen Materie“. Mit den damaligen, im Vergleich zu heute bescheidenen Geräten zur Himmelsbeobachtung entdeckte Zwicky 123 Supernovae. Zudem durchmusterte er mit seinen Mitarbeitern den Kosmos nach Galaxien und Galaxienhaufen. Sein Galaxienkatalog, der 1961–1968 in fünf Bänden erschien, enthält die 31’350 hellsten Galaxien. Für seine Verdienste in der astronomischen Forschung erhielt Fritz Zwicky im Jahre 1972 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society in London. Unter dem Begriff „Morphologie“ formulierte er methodologische Grundsätze, deren korrekte Anwendung zu Innovationen auf allen Gebieten der Wissenschaft und des täglichen Lebens führen kann. Der Glarner und „Bergler“ war ein „Genie mit Ecken und Kanten“. Pfuscherei und Verlogenheit prangerte er schonungslos an. Mit seinen oft utopisch anmutenden Hypothesen und Vorschlägen stiess er sein wissenschaftliches Umfeld gelegentlich vor den Kopf. Offenheit, Ehrlichkeit und Direktheit kennzeichnen ihn. Als einer der wenigen „Universal-Wissenschaftler“ plädierte Zwicky schon vor 60 Jahren für vernetztes Denken und interdisziplinäre Zusammenarbeit der Wissenschaften.

Alfred Stöckli ist Präsident der Fritz Zwicky Stiftung und Autor eines Buchs über den Astrophysiker. In seinem Vortrag würdigt er den grossen Glarner.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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