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Krankheiten bei freilebenden Wildtieren – Natürliche Bestandesregulation oder Bedrohung für Mensch und Tier?

Dr. Marie-Pierre Ryser, Leiterin Abteilung für Wildtiere, Zentrum für Fisch und Wildtiermedizin, Universität Bern
Freitag, 9. März 2012, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Die Staupe wütet in der Fuchspopulation und breitet sich von Osten nach Westen aus – eine Gefahr für Haushunde? An der Schweizer Grenze stellt man Tuberkulose fest: schleppen freilebende Hirsche und Wildschweine die Krankheit ein? Alljährlich werden viele Gämsen Opfer der Gämsblindheit: Sind wirklich Schafe für diese Todesfälle schuld? Solche Fragen beschäftigen die Forschung am Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern. Eine besondere Problemstellung ist die: Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben sich die Wildsäugerpopulationen weitgehend erholt, ja, gewisse Arten wie das Wildschwein und der Fuchs kommen immer zahlreicher vor. Andererseits nimmt die Tendenz zur tierfreundlichen Haltung von Nutztieren zu. Das Risiko ist dann besonders hoch, wenn Wild- und Haustiere miteinander in Kontakt geraten. Krankheitserreger in der einen Tiergruppe können sich auch auf die andere übertragen. Dadurch bedrohen Krankheiten nicht nur geschützte Tierarten, sondern auch Nutztiere. Wildtierkrankheiten können sogar auch auf den Menschen überspringen, Tollwut, Fuchsbandwurm, oder Hasenpest sind nur einige Beispiele. Sind Krankheiten nur Bestandteile der Regulationsmechanismen von Wildtierpopulationen? Dr. Marie-Pierre Ryser gibt uns in ihrem Vortrag einen Einblick in die besondere Aktualität der Wildtiermedizin. Dabei zeigt sie, wie wichtig die Bedeutung der Überwachung der Wildtiergesundheit für Tier und Mensch ist.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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