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Nachhaltige Waldwirtschaft in den Tropen – Möglichkeiten und Illusionen

Dr. Jean-Pierre Sorg, Institut für Terrestrische Ökosysteme, ETH Zürich
Freitag, 3. Dezember 2010, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Die Ausdehnung der Tropenwälder beträgt heute etwas mehr als zwei Mia. ha (20 Mio. km2). Dies entspricht einem Waldanteil von ca. 26% der tropischen Landoberfläche. Dort nimmt die Waldfläche jährlich um ca. 120 000 km2 ab, was etwa 0,6% entspricht. Die Gründe dazu sind bekannt: Wanderfeldbau, industrielle Landwirtschaft und Viehzucht, Industrialisierung, Städtebau, Erschliessung und Holznutzung. Im Grunde genommen geht es um Konsequenzen von Armut, demographischer Entwicklung, wirtschaftlichen Anreizen und einseitigen Bodenrechtspolitiken.

Dazu kommt die Walddegradation. Man schätzt, dass in den Tropen jedes Jahr zusätzlich eine Waldfläche von ca. 5 Mio. ha (50‘000 km2) unter immer grösseren Druck gerät. Die Hauptverantwortung dafür trägt die industrielle Holznutzung. Nicht selten bedeutet Walddegradation die Vorstufe zur Waldrodung.

In den Tropen, aber auch in anderen Regionen der Welt, ist eine Walderhaltungspolitik gefragt, die eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zulässt. Beispiele wie Indien sind dazu bekannt. Im Tropenraum liegt aber eine flächendeckende und erfolgreiche Anwendung von nachhaltigen Waldwirtschaftmodellen noch in weiter Ferne. Daher stellt sich die Frage: Welche Möglichkeiten sind für eine solche Bewirtschaftung realistisch, was wäre illusorisch? Im Jahr der Biodiversität eine zentrale Frage.

Dr. Jean-Pierre Sorg kennt die Problematik aus eigener Sicht. Er hat international viel zu sagen, seine Meinung und sein Rat werden in Fachkreisen ernst genommen.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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