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Wie Skelette Auskunft über vergangene Zeiten geben

Dr. phil. nat Susi Ulrich-Bochsler, Institut für Medizingeschichte, Universität Bern
Freitag, 23. März 2012, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Wie lebten die Menschen vor vielen tausend Jahren? Wie hoch war ihre Lebenserwartung? Woran starben sie? Wenn es um die Klärung solcher Fragen geht, stellen Skelettreste aus archäologischen Ausgrabungen für die Wissenschaft wichtige biohistorische Urkunden dar. Naturwissenschaftliche Methoden ermöglichen heutzutage erstaunliche Aussagen über die Lebensweise einer Urbevölkerung. Mit morphologischen Untersuchungen können Geschlechtsbestimmungen oder Aussagen über Körperbau und Körperhöhe gemacht werden, paläopathologische Inspektionen weisen auf Krankheiten und Verletzungen an Knochen und Zähnen hin. Röntgen- oder CT-Aufnahmen, sowie molekularbiologische Analysen erlauben, zusätzlich Aussagen über Krankheitserreger, aber auch Ernährungsgrundlagen zu machen. In ihrem Referat lässt Dr. Susi Ulrich-Bochsler vergangene Welten aufleben. Sie spricht über Beispiele und Fragestellungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie alle haben aber das Ziel, die Lebensumstände und -realitäten früherer Kulturen besser erfahren und verstehen zu können. So nimmt sie den Besucher mit an den Marienwallfahrtsort von Oberbüren bei Büren a. Aare, an dem im Mittelalter totgeborene Kinder angeblich wieder zum Leben erweckt worden sein sollen. Anhand naturwissenschaftlicher Methoden zeigt sie, ob die geschichtlichen Überlieferungen Legende sind oder der Realität entsprechen. Dann führt sie den Besucher an die Hinrichtungsstätten in Bern-Schönberg und Lenzburg und zeigt anhand von gefundenen Knochen die Praktiken mittelalterlicher Strafjustiz. Ein weiteres Thema sind Identitätsüberprüfungen an den Gräbern der Herrschaftsinhaber von Worb.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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