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Der Kolkrabe: Totenvogel, Götterbote, tierisches Genie? Beitrag eines Biologen zu Allerheiligen

Sonntag, 1. November 2020, 11.00 Uhr
Prof. Dr. Heinrich Haller, ehemaliger Direktor des Schweizerischen Nationalparks, Zernez
Alte Kaserne Winterthur, Technikumstrasse 8, 8400 Winterthur

Der Kolkrabe, der grösste Singvogel mit einer Vorliebe für Aas, ist seit je in einer engen Beziehung zum Menschen gestanden und löst dadurch bei uns besondere Gefühle aus.

Die Vorstellungen, die wir über den Raben entwickelt haben, sind vielfältig. Nach der Partnerschaft in urgeschichtlicher Zeit, der Verfolgung in den letzten Jahrhunderten, sowie der Bestandserholung seit 1950, dominiert heute das Bild eines anpassungsfähigen Konsumenten vielseitiger aber reichhaltiger Nahrung mit hoch entwickeltem Gehirn und komplexem Sozialverhalten. Der Kolkrabe gehört zu den geistig regsamsten Tierarten. Es zeigen sich Ähnlichkeiten zum Menschen und anderen Lebewesen mit besonderen kognitiven Fähigkeiten.

Für den Referenten war der Kolkrabe während Jahrzehnten so etwas wie ein Wegbegleiter und heute ist die Art Thema eines Pensionierungsprojekts. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Leben der grossen schwarzen Vögel und das Verhältnis zwischen Menschen und Raben. Angesprochen wird auch die Entwicklung von Intelligenz, die für die Existenz beider Arten gleichermassen wichtig ist. Der Kolkrabe zeigt beispielhaft, dass höhere kognitive Fähigkeiten weniger als Mysterium, sondern vielmehr als Ergebnis von Lebensumständen bzw. des evolutionären Prozesses zu betrachten sind.

Ein Gespräch mit dem Forscher ist Teil der Veranstaltung. Keine Konsumationsmöglichkeit. Unkostenbeitrag: Fr. 10.- (SchülerInnen Fr. 5.-).

Aufzeichnung und Präsentation

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