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Gehirnentwicklung in der Lebensspanne – Oder warum das Gehirn im Alter in Vielem besser wird

Prof. Dr. em. med. Norbert Herschkowitz, Hirnforscher Universität Bern
Sonntag, 14. März 2010 – 11.00 Uhr

Das menschliche Gehirn ist die komplexeste Struktur im Universum. Es passt sich den wechselnden Anforderungen der Innen- und Aussenwelt ständig an und verfeinert unablässig seine Feinstrukturen. Schon zwei Wochen nach der Befruchtung ist die Gehirnanlage beim 1 mm langen Embryo sichtbar. Während der Schwangerschaft bilden sich die meisten der 100 Milliarden Nervenzellen und schliessen sich zu Schaltkreisen zusammen. Die elektrische und biochemische Aktivität des Gehirns setzt ein. Mit der Geburt führt die Vielfalt der Reize dann zu einer gewaltigen Zunahme der Hirnsynapsen, das Kind entwickelt sich in den drei ersten Lebensjahren mit atemberaubender Geschwindigkeit was Sinnesleistungen, Bewegungen, Wissen, Fühlen, Sprache und soziale Bindungen anbetreffen. Durch das Erfahren und Lernen verstärkt sich die Zahl der Nervenverbindungen nochmals und im Erwachsenenalter verbinden sich unterschiedliche Hirnareale durch lange Nervenbahnen. Das Gehirn ist zur biologischen Basis für Wissen und Gefühle geworden. Norbert Herschkowitz, selber 80jährig, schaut auf ein aktives und produktives Forscherleben zurück. Er sagt: «Im gesunden Alter bleibt die Plastizität des Gehirns erhalten. Zwar nimmt die Geschwindigkeit der Verarbeitungsprozesse ab, aber die Möglichkeit eines tieferen und umfassenden Denkens ist nach wie vor gegeben. Darum ist es für eine optimal funktionierende Gesellschaft von Vorteil, wenn junge und alte Mitglieder nicht neben- oder gegeneinander, sondern zusammenwirken.»

Ein Gespräch mit dem Wissenschaftler und Musik begleiten den Vortrag.

Unkostenbeitrag: Fr. 10.– (SchülerInnen Fr. 5.–). Ein Kaffee und Gipfeli inbegriffen.

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