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Vom Schöpfungsmythos zum biologischen Menschenbild

Prof. Lutz Ibscher, Biologe, Winterthur
Sonntag, 27. Februar 2011 – 11.00 Uhr

Wir werden in eine Welt geboren, die wir uns Schritt für Schritt erobern müssen – über unsere Sinne und durch Überlieferung unserer Ahnen. Der vielleicht älteste Zugang waren die Mythen, die in fast keiner Religion fehlen und denen wir gern vertrauen, wo uns die Sinne keine ausreichende Information liefern.

Im Verlauf der menschlichen Evolution haben wir unsere direkten Sinneswahrnehmungen durch einen enormen Zuwachs unseres Grosshirns um viele Dimensionen erweitern können. Dabei mussten wir lernen, dass “unsere Welt” nur ein durch Überlebenszwänge in der Evolution geformtes Abbild der realen Welt ist. Weder unser Vorstellungsvermögen noch unsere Denkweisen haben sich aber diesem Wandel in einer so kurzen Zeit adäquat anzupassen vermocht: Wir glauben deshalb im Alltag immer noch an Gesetzmässigkeiten und Wirkzusammenhänge, die durch die Naturwissenschaften längst widerlegt sind: wir sind im klassischen Sinn abergläubig.

Die sinnlich und physikalisch erworbenen Welteigenschaften zu einem konsistenten Weltbild zusammenzufügen erfordert deshalb nicht nur lebenslanges Dazulernen, sondern auch Abschied nehmen von lieb gewordenen tradierten Kollektivvorstellungen, die unser Denken und Handeln immer noch weit stärker beeinflussen als wissenschaftliche Erkenntnisse. Lutz Ibscher hat sich als Biologe und Lehrer immer wieder mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Im Gespräch und in einem Vortrag wird er die Bedeutung der angesprochenen Grundfragen konkretisieren.

Junge Musikerinnen und Musiker werden mit ihren Klängen die Veranstaltung bereichern.

Unkostenbeitrag: Fr. 10.– (SchülerInnen Fr. 5.–). Ein Kaffee und Gipfeli inbegriffen

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