Wissenschaft um 11

Die Orang-Utans von Suaq Balimbing – was sagen uns soziale «Einzelgänger» über Kultur und Intelligenz?

Sonntag, 31. Januar 2021, 11.00 Uhr

Dr. Caroline Schuppli, Direktorin SUAQ Projekt, Anthropologisches Institut, Universität Zürich
Alte Kaserne Winterthur, Technikumstrasse 8, 8400 Winterthur

  

Nirgendwo auf der Welt findet sich eine grössere Dichte an wildlebenden Orang-Utans als in Suaq Balimbing auf Sumatra. Hier werden die «Waldmenschen» seit 1994 erforscht. Schon früh vermutete man, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Orang-Utan Population handle. Die dort lebenden Tiere zeigen nämlich ein unübertroffen komplexes und breites kulturelles Verhaltensrepertoire. Dazu gehört auch der regelmässige und flexible Werkzeuggebrauch. Gegenüber ihren Artgenossen sind die Orang-Utans in Suaq toleranter und verbringen mehr Zeit miteinander.

Caroline Schuppli zeigt auf, wie sich die Erkenntnisse ihres Vorgängers Prof. Dr. Carel van Schaik und seinem Team der Universität Zürich in Bezug auf das Verständnis der Orang-Utans grundsätzlich verändert haben. Sie erkannten nämlich, dass die ursprünglich als einzelgängerisch geltenden Menschenaffen eine hoch entwickelte Kultur und Intelligenz haben und dass diese eng mit dem hoch komplexen Sozialsystem der Art verknüpft sind. Zurzeit erforscht Caroline Schuppli wie soziale Einflüsse die Entwicklungsprozesse bei Orang-Utan Kindern beinflussen. Wie entdecken diese ihre Welt, von wem lernen sie und wie beginnen sich Weibchen schon im Kindesalter von Männchen zu unterscheiden? Schliesslich zeigt sie, wie die Forscher eng mit der lokalen Bevölkerung zusammenarbeiten, um dieser die Wichtigkeit des Erhalts eines intakten Ökosystems wirksam vor Augen zu führen.

Musik junger Künstlerinnen und Künstler des Musikkonservatoriums Winterthur und ein Gespräch mit dem Forscher sind Teil der Veranstaltung. Unkostenbeitrag: Fr. 15.- (SchülerInnen Fr. 5.-). Ein Kaffee und Gipfeli sind inbegriffen.

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