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Blinde sehend machen – wie realistisch ist das?

Prof. Dr. Christian Grimm, Labor für Zellbiologie der Netzhaut, Unispital Zürich
Freitag, 11. Januar 2013, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Degenerative Netzhauterkrankungen gehören zu den häufigsten Ursachen, die zum Sehverlust führen. So erblindet eine von 3’000 Personen an der Erbkrankheit Retinitis Pigmentosa, bis zu 20% der Personen ab 65 Jahren leiden an der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) und die diabetische Retinopathie ist die häufigste Erblindungsursache bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahren in Europa und Nordamerika. In vielen Fällen verlieren die Patienten dabei ihre Sehzellen in der Netzhaut und somit die Möglichkeit, Licht in einen elektrischen Impuls umzuwandeln, der im visuellen Cortex interpretiert einen Seheindruck generieren kann.

Im Wesentlichen gibt es drei Möglichkeiten, Patienten das Sehvermögen zu erhalten oder sogar zurück zu geben: Ursachen der Degeneration bekämpfen, Verlauf der Krankheit stoppen und/oder Auswirkungen des Sehzellverlusts beheben. Dafür setzt die Forschung auf Ansätze wie Gentherapie, Neuroprotektion, Entwicklung von Sehprothesen, Stammzelltechnologie und Optogenetik. Erfolge in präklinischen und klinischen Studien zeigen, dass eine effektive Therapie für Erblindungserkrankungen durchaus realistisch ist, und die Resultate lassen darauf hoffen, dass vielen erblindenden oder bereits erblindeten Patienten in Zukunft geholfen werden könnte.

Prof. Dr. Christian Grimm ist Professor für Experimentalophtalmologie und leitet an der Augenklinik des Universitätsspitals Zürich das Labor für Zellbiologie der Netzhaut.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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