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Die Kopernikanische Wende

Prof. Dr. em. Harry Nussbaumer, Astrophysiker, ETH Zürich
Freitag, 6. November 2009, 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur

Das 16. Jahrhundert war voller fundamentaler Veränderungen. Eben war Amerika entdeckt worden, 1519 begann Magellan seine Weltumsegelung, die jeden Zweifel an der Kugelgestalt der Erde tilgte, und 1517 begann mit Luthers Thesenanschlag die Reformation, welche zur Spaltung der westlichen Christenheit führte. 1543 begann die bis heute tiefgreifendste wissenschaftliche Neuorientierung: Nikolaus Kopernikus publizierte sein «De Revolutionibus». Zwar wurde das Werk gelesen, aber eine ernsthafte Auseinandersetzung zwischen dem alten geozentrischen und dem neuen heliozentrischen Weltbild kam erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch Kepler und Galilei in Gang. Mit der Erfindung des Fernrohrs erhielt die Astronomie ein Instrument, das noch heute das zentrale Beobachtungsgerät der Astronomie ist. 1609 machte damit Galileo Galilei Beobachtungen von fundamentaler, weltanschaulicher Bedeutung. Die endgültige Akzeptanz des kopernikanischen Weltbildes geschah aber erst zur Zeit von Descartes und Newton. Zur gleichen Zeit wurde es allerdings auch schon als zu eng ausser Kraft gesetzt und durch ein homogenes Universum ersetzt, für das keine Grenze und auch kein Zentrum bekannt waren. Das Jahr 2009 wurde von der UNESCO in Anlehnung an die grossen astronomischen Entdeckungen vor 400 Jahren zum internationalen Jahr der Astronomie erkoren. Der Astrophysiker Harry Nussbaumer geht auf dieses neu entstandene Weltbild ein und zeigt, wie die kopernikanische Wende bis heute ihre Gültigkeit behalten hat.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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