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Vom Winde verweht – Das Wandern der Dünen

Prof. Dr. Hans Jürgen Herrmann, Institut für Baustoffe, ETHZ
Freitag, 11. Dezember 2015 – 20.00 Uhr
ZHAW, grosser Physikhörsaal, Technikumstrasse 9, 8400 Winterthur
Gastgesellschaften: Swiss Engineering und Archimedes

Hans Jürgen Herrmann

Hans Jürgen Herrmann

Dünen entstehen spontan, wenn Wind über Sand weht. Sie durchqueren sogar grosse Wüsten wie die Sahara. Im Tschad stossen sie bis zu 200 Meter pro Jahr vor. Sie durchwandern weiträumige Gebiete der Marsoberfläche und des Meeresbodens. Weshalb Dünen entstehen, welche Formen sie annehmen und wie diese sich entwickeln, das soll in diesem Vortrag anhand von Feldmessungen und Computersimulationen erklärt werden.

Wenn zwei Dünen zusammenstossen, passiert Unerwartetes. Es kann gleichsam zu einer Art Dünen-Kannibalismus kommen: Die kleine Düne nagt so lange am hinteren Teil der grossen, bis sie selbst so mächtig geworden ist wie diese und dabei aber an Tempo verliert. Die vordere Düne eilt darauf als kleine davon, manchmal entstehen an den Dünen-Enden sogar kleine Babydünen. «Die Computerberechnungen sind wichtig, weil sie oft der Intuition widersprechen», sagt Herrmann.

Beeindruckend ist zudem der Dünengesang. Auch die Auswirkung der Vegetation auf Küstendünen, wie zum Beispiel die Umwandlung von Sicheldünen in Parabeldünen, werden vorgestellt. Bei Expeditionen nach Marokko und Brasilien konnte Herrmann zeigen, dass echte Sanddünen sich tatsächlich so verhalten, wie die von ihm erschaffenen digitalen Pendants aus dem Computer. Nicht zuletzt erlaubt die Berechnung der ungewöhnlichen Form von Marsdünen sogar Einsichten in die Marsatmosphäre.

Der Vortrag ist öffentlich und gratis. Gäste sind herzlich willkommen.

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