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Ameisen – Segen oder Pest?

Prof. Dr. Daniel Cherix, Zoologisches Museum, Universität Lausanne
1. März 2015 – 11.00 Uhr
Alte Kaserne Winterthur, Technikumstrasse 8, 8400 Winterthur

Prof. Daniel Cherix ist ein international bekannter Ameisenspezialist. Er schreibt in seinem Abstract:

«Angenommen Ameisen existierten nicht, müsste man sie dann erfinden? Die Frage mag provokativ klingen, kämpft man vielerorts doch gegen die kleinen Tierchen, seien es Blattschneider-, Pharao- oder Feuerameisen. In der Schweiz hingegen werden Waldameisen seit 1966 als wichtiger Bestandteil des Ökosystems geschützt. Dabei sind die oben erwähnten Arten nur einige der rund 12’000 bekannten.

Unter den sozialen Insekten (wie Bienen, Wespen oder Hummeln) haben die Ameisen eine besondere Stellung. Sie teilen sich ihre Arbeit auf. Einige Individuen widmen sich ausschliesslich der Fortpflanzung, andere leben als Arbeiterinnen im Staat und versorgen die Jungen mit Nahrung und geben ihnen Schutz. Eine solche Arbeitsaufteilung erfordert eine grosse Zusammenarbeit.

Seit dem Kreidezeitalter vor mehr als 100 Millionen Jahren haben sich Ameisen genial an die Umwelt angepasst und haben praktisch alle möglichen Nischen auf unserer Erde erobert. In ihren Gesellschaften spielen die Weibchen die herausragende Rolle, Männchen werden einzig für die Produktion, den Transport, oder die Spermaproduktion gebraucht. Bei den Weibchen unterscheiden sich zwei Kasten, die Königinnen und die Arbeiterinnen. Erstere können sehr lange leben. Der wissenschaftlich belegte Rekord liegt bei unserer Gartenameise Lasius niger, und zwar bei 28 Jahren – im Labor. Arbeiterinnen sind flexibel und passen sich an die vielfältigsten Lebensumstände an. Oft attestiert man den Ameisen eine sprichwörtliche Arbeitswut. Dabei sollte man aber nicht übersehen, dass es unter ihnen auch Faulpelze gibt, die keineswegs bis zum Umfallen arbeiten, sondern manchmal richtig streiken.»

Nebst einem Gespräch mit dem Wissenschaftler bereichern junge Musikerinnen und Musiker des Musikkonservatoriums Winterthur mit ihren Klängen die Veranstaltung.

Unkostenbeitrag: Fr. 15.– (SchülerInnen Fr. 5.–). Ein Kaffee und Gipfeli inbegriffen.

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